Zwanzig Zentimeter sind nicht viel. Eine Handspanne, knapp. Wenn ich „Geborgen“ vom Tisch nehme, verschwindet die Leinwandkante fast unter meinen Fingern, und die drei pastos gezogenen Ringe aus Rosé und Koralle liegen so nah vor dem Auge, dass ich jede Windung einzeln sehe. Dieses Format sucht sich den Platz, an dem man sitzt.

Vorweg das Wesentliche: „Geborgen“ und „Verwurzelt“ sind zwei Acryl-und-Fineliner-Bilder von 2021, jeweils 20 × 20 cm, handsigniert, mit Werknummer und Echtheitszertifikat, für je 470 Euro inklusive 7 % Mehrwertsteuer direkt im Shop erhältlich. Wer ein kleines Acrylbild kaufen möchte, bekommt hier das intimste Format meiner Serie, einzeln oder als leises Paar.

Kleines Acrylbild kaufen: Nähe statt Wand

Große Bilder verhandeln mit dem Raum. Sie brauchen Abstand und eine Wand, die ihnen nicht widerspricht. Ein Bild von 20 × 20 cm lässt den Raum in Ruhe und wendet sich an Sie. Man liest es wie eine Seite, aus vierzig, fünfzig Zentimetern, und aus dieser Nähe zeigt Acryl, was es kann: Die gespachtelten Bahnen stehen fühlbar auf der Leinwand, die Fineliner-Linie darüber hat eine eigene, winzige Kante, und am Nachmittag wirft sie einen Schatten, den man nur von so nah sieht.

Die kleinen Formate gehören zum Anfang meiner Acryl-&-Fineliner-Arbeiten, in die Zeit, in der ich die Bildsprache der Aquarelle auf Leinwand übersetzt habe. Erst 2022 wurden die Formate größer. Was auf zwanzig Zentimetern steht, ist deshalb konzentriert, kein Ausschnitt. „Wachtraum“ und „Wachposten“, 25 × 25 cm, habe ich an anderer Stelle beschrieben; hier geht es um die beiden kleinsten.

„Geborgen“: drei Ringe aus Rosé und Koralle

Drei große Ringe legen sich ineinander wie Nester, jede Windung pastos gezogen, mit hellem Kern. Von links schiebt sich ein fein gestricheltes Profil ins Bild, ein Auge unter Spirallocken, wach und zugleich ganz ruhig. Unten ankert eine schwarze Tropfenform die Komposition, und über das warme Graugrün des Grundes verstreuen sich kleine Wesen aus Tusche.

Alles kreist hier um einen geschützten Innenraum, und das Bild hält, was sein Titel verspricht. Von den beiden ist „Geborgen“ (20 × 20 cm) das weichere, das Bild für die Stelle, an der man zur Ruhe kommt.

„Verwurzelt“: Rinde, Olivgrün und ein Auge im Holz

Das zweite Bild ist rauer. Auf olivgrünem Grund bäumt sich ein dunkles Paket aus Braun und Schwarz auf, mit Weiß darin, aufgeworfen wie Rinde, die der Stamm von innen sprengt. In den Rissen glüht Orange. Mittendrin sitzt eine Gruppe getuschter Baumscheiben, Ring um Ring gezogen, und aus einer von ihnen blickt ein Auge. Schriftzeichenartige Kürzel und feine Ranken halten das schwere Zentrum am Rand fest, wie Wurzelfäden.

„Verwurzelt“ (20 × 20 cm) ist das erdigste Bild der Serie. Beide stehen auf einem grünlichen Grund, beide haben ihr Auge, und doch antworten sie einander eher, als dass sie sich gleichen.

Wohin kleine abstrakte Bilder gehören

Ein Bild von 20 × 20 cm an eine leere Wohnzimmerwand zu hängen, ist möglich, aber unfair. Es gehört dorthin, wo der Blick ohnehin kurz verweilt. Auf den Schreibtisch, angelehnt hinter dem Bildschirm, wo es den Blick auffängt, wenn man vom Text aufsieht. Ins Regal zwischen die Bücher, die Leinwandkante bündig mit den Buchrücken. In die Leseecke, auf Höhe des Kopfes, wenn man im Sessel sitzt. Oder in den Flur, neben die Tür, als das Letzte, was man beim Gehen sieht.

Kleine Bilder dürfen auch angelehnt stehen, auf einem Sims oder einer Kommode; wer sie ab und zu um ein paar Zentimeter verschiebt, sieht sie neu.

Mit einem Bild von 20 × 20 cm anfangen zu sammeln

Die meisten Sammlungen, die ich kenne, haben klein angefangen: mit einem Blatt oder einem Bild, das man sich leisten konnte, ohne lange zu rechnen. Ein kleines Original bringt alles mit, was ein großes auch hat. Die Hand der Künstlerin, die Signatur, die Werknummer, das Zertifikat mit Titel, Technik, Maßen und Jahr. Nur der Preis ist ein anderer. Bei mir errechnet er sich offen aus Höhe plus Breite in Zentimetern mal elf, zuzüglich sieben Prozent Mehrwertsteuer für Originalkunst; für 20 × 20 cm sind das 470 Euro. Wie diese Formel entstanden ist, steht in meinem Beitrag über den Preis eines abstrakten Originals.

Und wer mit einem kleinen Bild anfängt, lernt etwas, das sich mit keinem Großformat lernen lässt: wie es morgens anders aussieht als abends, wie man es irgendwann nicht mehr sieht und dann, an einem beliebigen Dienstag, wieder. Warum gerade kleine Formate so viel tragen, habe ich schon einmal am Beispiel von „Inkarnation“ aufgeschrieben.

Häufige Fragen zu kleinen Acrylbildern

Was kostet ein kleines Acrylbild im Format 20 × 20 cm?

„Geborgen“ und „Verwurzelt“ kosten je 470 Euro inklusive 7 % Mehrwertsteuer. Der Preis folgt meiner offenen Formel: Höhe plus Breite in Zentimetern, multipliziert mit dem Künstlerfaktor 11, ergibt den Nettopreis. Der Versand innerhalb Deutschlands ist kostenlos und versichert.

Ist ein Bild von 20 × 20 cm zu klein für die Wand?

Für eine große, leere Wand allein meistens ja. Kleine Formate wirken dort, wo der Blick ohnehin nah ist: über dem Schreibtisch, im Regal, im Flur oder in einer Leseecke. Auf Augenhöhe im Sitzen gehängt entfalten sie ihre Nähe am besten.

Kann ich „Geborgen“ und „Verwurzelt“ auch einzeln kaufen?

Ja. Beide Bilder sind eigenständige Unikate mit eigener Werknummer und eigenem Echtheitszertifikat und werden einzeln verkauft. Wer beide nimmt, bekommt zwei Bilder im gleichen Format, die nebeneinander oder in zwei Räumen hängen können.

Wie wird ein kleines Acrylbild verschickt?

Jedes Werk verschicke ich versichert, innerhalb Deutschlands kostenlos. Das Echtheitszertifikat mit Titel, Technik, Maßen und Jahr liegt bei. Es gilt das gesetzliche Widerrufsrecht von 14 Tagen.

Was bedeutet das Auge in diesen Bildern?

In meinen Acryl-&-Fineliner-Arbeiten steht das Auge für Bewusstsein, die Spirale für ein Energiezentrum. Beide Zeichen stammen aus derselben Bildsprache wie meine Aquarelle von 2021 und sind hier auf die Leinwand übersetzt.

Wenn Sie beide Bilder sehen möchten, finden Sie sie in meinem Shop; beide lassen sich direkt in den Warenkorb legen. Und wenn Sie unsicher sind, welches der beiden zu Ihrem Platz passt, schreiben Sie mir ein paar Zeilen über den Raum.

Marcela Margret Kamanis (ehem. Kozlik)