Man fragt mich manchmal, warum zwischen meinen Werkgruppen Jahre liegen. Ob ich „aufgehört“ hätte, dazwischen. Die ehrliche Antwort: Ich habe nie aufgehört – ich arbeite nur anders, als der Kunstbetrieb es erwartet. Ich male in Wellen. Und heute möchte ich erzählen, warum das kein Zufall ist, sondern das Prinzip meiner gesamten Arbeit.
Schaffensperioden statt Fließband
Jahre intensiver, fast rauschhafter Produktion wechseln sich bei mir ab mit Jahren der Stille, in denen das Leben selbst zum Material wird. Was von außen wie Unterbrechung wirkt, ist in Wahrheit Verdichtung: Jede Werkphase ist eine abgeschlossene Antwort auf eine Lebensphase. Sie beginnt, sie verdichtet sich, und sie endet. Genau das macht jedes Werk daraus endlich – und unwiederholbar. Es wird nie ein „weiteres Bild dieser Art“ geben, weil es den Menschen, der es malte, in genau diesem Zustand nie wieder geben wird.
Die Ölperiode (2003–2013): Aufbruch und Fülle
Meine Frühwerke in Öl entstanden aus einem dynamischen, lebendigen Leben: großformatige Leinwände, kontrastreich, kraftvoll, mystisch verwurzelt. Werke wie „Antigone“ und „Tanzende“ tragen diese Energie bis heute in sich – ich spüre sie jedes Mal, wenn ich vor ihnen stehe. Diese Periode ist abgeschlossen. Was von ihr verfügbar ist, ist ein endlicher Bestand.

Die Aquarellperiode (2021): Malen, um zu überleben
Diese Serie entstand in der dunkelsten Zeit meines Lebens – Wochen, in denen mir das Liebste entrissen war und ich darum kämpfen musste: gegen Ohnmacht, gegen Instanzen, gegen die eigene Angst. Auf kleinem Format, mit Tusche und Wasser, hielt ich Zustände fest – jedes Blatt ist einer: festgehalten, durchlebt, überwunden. Ich habe nicht gemalt, um zu verarbeiten. Ich habe gemalt, um zu überleben.
Blätter wie „Embryo-Selbst“ oder „Appell für Friedlichkeit“ sind deshalb mehr als Bilder – sie sind Zeugnisse. Die Serie ist abgeschlossen und in sich vollständig; mehr über ihre Stellung in meinem Werk lesen Sie auf der Seite Über die Künstlerin.

Die Acrylperiode (seit 2021): das Empordringen
Aus der Tiefe kam die Bewegung nach oben. Meine aktuelle Acrylperiode feiert Lebendigkeit, Selbstliebe, Momente von Zentrierung und Eins-Sein. Werke wie „Kolibri“ und „Emporspringen“ tragen schon im Titel, was diese Phase ausmacht: Auftrieb. Sie ist meine gegenwärtige Sprache – und ich spüre bereits, dass sie die nächste Welle ankündigt.
Was das für Sammler bedeutet
Wer ein Werk aus einer abgeschlossenen Periode erwirbt, erwirbt ein Stück eines endlichen Bestands – dokumentiert mit Signatur, Werknummer und Echtheitszertifikat. Und wer die aktuelle Periode begleitet, sammelt etwas, das noch in Bewegung ist. Beides hat seinen eigenen Reiz. Mein Werkverzeichnis zeigt, was heute verfügbar ist – bevor die nächste Welle beginnt.